LSBTI Flüchtlinge in Brandenburg - Katte hilft... (vorerst weiter)


w.welcome4you Flyer Seite 1Seit 2011, also mittlerweile mehr als 8 Jahren, ist die Beratung, Betreuung und Begleitung von Lesben, Schwulen, Trans- und Intersexuellen Flüchtlingen oder Migranten in Brandenburg ein fester Bestandteil der Arbeit von Katte e.V.. So betreuten wir nach 70 LSBTI-Flüchtlingen im Jahr 2015, 94 in 2016 und 131 in 2017 jährlich mehr und mehr LSBTI und/oder HIV pos. Flüchtlinge und Migranten zu Fragen des Ausländer- und Asylrechts, zu Sozialrechtsproblemen, Gesundheitsfragen oder leider auch als Opfer verschiedenster Straftaten von vorurteilsmotivierter Hasskriminalität. Da Katte e.V. auch 2019 noch keine kontinuierliche Förderung und keine planbaren Haushaltsmittel erhält und unsere Projekte allein aus Mitteln der Lottokonzessionsabgabe geförderten werden, ist die die Fortführung unserer Angebote über das Jahresende hinaus weiterhin unsicher.

Für 2019 haben wir seit 1.3. aber erstmals eine Förderung aus dem Landesprogramm Brandenburgs für eine halbe Stelle und mehrere Honorarkräfte, sowie noch 1 zusätzliche Minijobstelle von der Stadt Potsdam für die in Potsdam konzentrierten besonders schutzbedürftigen Flüchtlinge bekommen. Damit kann auch die strukturell erfolgreiche Arbeit für LSBTI Flüchtlinge ehemaliger Mitarbeiter sonstiger Träger durch Übernahme der Mitarbeiter und Tätigkeiten fortgesetzt werden.

Lösungen für ausserdem dringend notwenige Unterkunfts- und Bildungsmöglichkeiten speziell für LSBTI-Flüchtlinge werden mit Hilfe der Stadt Potsdam, des Landes Brandenburg und dem Bund gerade erarbeitet. Wir hofften, dass wir dazu bis zum Ende des Jahres 2019 schon mehr sagen konnten, aber leider hat sich in der Frage in den letzten 3 Jahren fast nichts bewegt - wir bleiben auch 2019 dazu weiter am Ball.  pdfGefährdete Flüchtlinge230.26 KB

 

w.welcome4you Flyer Seite 2Der Innenausschuß des Landtages Brandenburg hatte sich auf der Sitzung am 30.06.2016 erstmals ausführlich mit der Situation von besonders gefährdeten Flüchtlingen in Brandenburg befasst. Katte hat dazu im Vorfeld schon eine Stellungnahme abgegeben und Katte-Vorstand Jirka Witschak hatte die Situation dort auch erläutert.  Nach Meinung von Jirka Witschak ist die Lösung des Ausbaus der bestehenden Hilfsangebote von Katte die sinnvollste und auch preisgünstigste Variante für das Land Brandenburg, da nur hier auf ein bestehendes Netzwerk aus szenenahen privaten und ehrenamtlichen Helfern zurückgegriffen werden kann. Ein Neuaufbau rein auf professioneller Basis, wie es der LSVD vorgeschlagen hat, wäre deutlich teurer. Auf Grund der im Gegensatz zu den schon vorhandenen Frauenhäusern und Beratungsstellen für Frauen und Mädchen, für LSBTI völlig fehlenden Infrastruktur ist hier aber eine reine Landeskoordinierungsstelle zur Unterstützung der vorhandenen Angebote weder sinnvoll noch ausreichend, nein queere Flüchtlinge brauchen schon eine kontinuierliche Betreuung und keine Almosen nach Kassenlage. pdfStellungnahme Gefährdete Flüchtlinge230.26 KB  (aktualisiert 06.07.2016)